Ausbildung bei uns

Fakten kurz und knapp:

Mindestalter Ausbildungsbeginn:

13,5

Alter erster Alleinflug:

14

Mindestalter Scheinprüfung:

16

Dauer der Ausbildung:

In der Regel 2 - 3 Jahre

Vorraussetzung:

ärztliche Flugtauglichkeitsuntersuchung (Medical)

Weitere notwendige Ausbildung (im Verein) und Prüfung:

Flugfunkzeugnis

 

Herr Zielke, vielen Dank im Voraus für Ihr Interesse und die Beantwortung der Fragen. Hier nun die Fragen:

Sie sind der Vorsitzende des Flugsportverein Eisenhüttenstadt. Erzählen Sie uns ein wenig über den Verein, was bietet er hinsichtlich des Segelfliegens an und wie gestalten sich die gemeinsamen Aktivitäten der Vereinsmitglieder?

1990, das Jahr mit vielen Änderungen und Anpassungen hat auch den Flugsportverein betroffen. Am 24. Februar 1990 trafen sich 41 Flugsportler auf dem Flugplatz Eisenhüttenstadt zur Gründungsversammlung. Der neu gegründete Flugsportverein Eisenhüttenstadt e.V. wurde als erster eingetragener Verein am Amtsgericht Eisenhüttenstadt registriert. 11 Gründungsmitglieder sind heute noch im Verein aktiv. 

Einige Jahre sind seitdem vergangen und viele Ereignisse und Aufgaben wurden in diesen Jahren bewältigt. Nach der Gründung des FSV Ehst. War es eine Hauptaufgabe, den Flugplatz Eisenhüttenstadt bei Pohlitz in der Gemarkung Rießen weiter zu erhalten und unter Einhaltung der neuen Luftfahrtregeln der BRD zu bewirtschaften. Dafür mussten einige Vereinsmitglieder geschult werden. Die Aufgaben des Flugleiters wurden hauptsächlich ehrenamtlich ausgeführt und später, nach Zunahme der Aktivitäten, dann auch mit ABM-Kräften. 

Da ein gemeinnütziger Verein einen Flugplatz mit 117ha rein rechtlich nicht betreiben kann, wurde die Aufgabe als Betreiber ab 1995 von der Flugplatzgesellschaft Eisenhüttenstadt / Frankfurt (Oder) mbH übernommen. Ein Nutzungsvertrag der Betreibergesellschaft und dem FSV Ehst. regelte die Rechte und Pflichten bei der gemeinsamen Nutzung des Flugplatzes als Verkehrslandeplatz und für den Flugsport. 

Die Anzahl der Mitglieder änderte sich von Jahr zu Jahr. In den ersten Jahren nach der Gründung des FSV Ehst. wuchs der Verein auf  fast 100 Mitglieder an. Viele Männer aber auch Frauen wollten sich den Traum vom Fliegen über und unter den Wolken erfüllen. Aktuell hat der FSV Ehst. 34 männliche und 5 weibliche Mitglieder im Alter von 13 bis 70 Jahren. 

Der FSV Ehst. besitzt 6 Segelflugzeuge und ein Ultraleichtflugzeug für den Flugsport sowie auch für die Ausbildung zum Segelflugzeugführer. Die Ausbildung erfolgt durch ehrenamtliches Personal an den Wochenenden und in Lehrgängen während der Schulferien. Ab dem 13,5. Lebensjahr kann die Segelflugausbildung begonnen werden. Der erste Alleinflug kann mit 14 Jahren absolviert werden. Bereits mit dem 16. Geburtstag ist es möglich die Lizenz für Segelflugzeuge zu erhalten. Diesen Pilotenschein erhält man nach erfolgreicher abgeschlossener Ausbildung mit theoretischer und flugpraktischer Prüfung. Danach kann man als Pilot in einem Segelflugzeug über unsere schönen Landschaften fliegen als Hobby oder auch im Wettbewerb mit anderen Flugsportlern. 

Wer nicht selbst den Weg zum Piloten anstrebt, aber auch mal in einem kleinen Flugzeug Höhenluft über den heimatlichen Landschaften schnuppern möchte, kann sich diesen Wusch auch beim FSV Ehst. erfüllen. Erfahrene Piloten fliegen Sie, wenn das Wetter es erlaubt, an Ihr Ziel. Mitflüge sind an allen Flugbetriebstagen oder auch nach Absprache möglich oder können auch als Gutschein erworben werden. 

Besucher und Zuschauer sind zu den Flugbetrieben gern gesehen. Viel zu sehen gibt es zum Streckenfliegerlager vom 17. – 30 Mai 2010. In diesem Zeitraum werden die einheimischen Segelflieger und Segelflieger aus den nördlichen und westlichen Bundesländern mit Ihren Segelflugzeugen, bei hoffentlich guter Thermik, im sportlichen Wettbewerb starten und Flugstrecken von 300 -1000 km absolvieren. 

Was macht für Sie generell die Faszination und den besonderen Reiz an diesem Sport aus und was waren bislang Ihre ganz persönlichen Highlights, die Ihnen das Segelfliegen beschert hat? 

Immer wieder reizvoll ist das motorlose Gleiten durch die Luft - nur das Rauschen des Fahrtwindes ist zu hören. Gleichzeitig kann man sich an den Farben der Natur in den verschiedenen Jahreszeiten erfreuen. Durch den besseren Überblick von „oben“ kann man auch viele Veränderungen beim Umbau der Stadt, der Straßen u.a.m. entdecken.

Persönliche Highlights waren der erste Alleinflug im Segelflugzeug mit 15 Jahren und später als Fluglehrer immer dann wenn ein Flugschüler den Sprung zum Alleinflug mit Erfolg absolviert hat.   

Welche mentalen und körperlichen Anforderungen stellt das Segelfliegen an den Piloten und wie kann man sich diesbezüglich das Training und die Flugvorbereitungen eines Segelfliegers vorstellen? 

Das Segelfliegen kann jede Frau und jeder Mann mit vollendetem 14. Lebensjahr beginnen - Leute aus allen Berufs- und Altersschichten. Nach oben sind keine Altersgrenzen gesetzt, vorausgesetzt der Fliegerarzt gibt sein Einverständnis. Die gesundheitlichen Anforderungen an den Segelflieger sind nicht hoch. Zum Erlernen des Segelfliegen gehört auch eine theoretische Ausbildung, welche hauptsächlich im Winterhalbjahr durchgeführt wird, um das Verständnis beim Flug von Flugzeug und Pilot zu erlangen.

Jeder Pilot sollte ausgeruht und ohne Stress sein, wenn er zu Ausbildungsflügen oder mehrstündigen Wettbewerbsflügen sowie auch zu seinem persönlichen Rundflug startet.

Die Einhaltung Disziplin und Ordnung sind Grundvoraussetzung im kameradschaftlichen Zusammenwirken und erforderlich für ein unfall- und störungsfreies Vereinsleben. 

Welche Rolle spielt beim Segelfliegen das Wetter? Worauf sollte man hierbei bereits im Vorfeld eines Fluges achten und welche Wetterbedingungen machen einen Flug unmöglich? 

Je nach Flugaufgabe bzw. Flugziel ist das Wetter entscheidend. In der Ausbildung bei Platzflügen sind tiefe Wolkenuntergrenzen und eingeschränkte Sicht ausreichend. Möchte man jedoch Strecken von 50, 100, 300, 500 km oder auch mehr gehen, dann benötigt man die Thermik. In der Thermik steige ich mit dem Flugzeug in die Höhe um anschließend im Gleitflug die Strecke abzufliegen. Hier sollte der Pilot wissen, dass es besonders im Frühjahr mit Zunahme der Höhe sehr kalt werden kann – warm anziehen ist sinnvoll.

Bei Regen, Schneefall und Nebel hat man wenig oder auch keine Flugsicht und dies macht das Segelfliegen unmöglich, da hauptsächlich nach Sichtflugbedingungen geflogen wird. Bei Sturm sollte das Segelflugzeug auch besser im Hanger bleiben, um Schäden zu vermeiden.  

Welche finanziellen Mittel sollte man für das Hobby Segelfliegen zur Verfügung haben und welche Möglichkeiten gibt es diesem Hobby auch verhältnismäßig günstig nachzugehen? 

Jedes Hobby und jede Sportart sind mit Kosten verbunden. Segelfliegen ist nicht teurer als beispielsweise Skifahren, Surfen, Squash, Sportschießen, Reiten, Tennis  u. ä.

Wer die Grundausbildung an Flugschulen absolviert muss mit höheren Kosten rechnen als wenn die Ausbildung in den Vereinen stattfindet. Die Ausbilder in den Vereinen arbeiten ehrenamtlich ohne Bezahlung im Gegensatz zu den Flugschulen.

Wer sich engagiert an den anfallenden Vereinsarbeiten beteiligt, fliegt günstig. Für Jugendliche und Studenten haben die meisten Vereine außerdem Sondertarife, durch die das Fliegen sehr preiswert wird.  

Welche Tipps haben Sie für Einsteiger, die gern mit dem Segelfliegen beginnen würden? Welche  theoretischen und praktischen Grundlagen sind für diesen Sport notwendig und was sollte man darüber hinaus beachten? 

Segelfliegen ist ein Gemeinschaftssport, bei dem viele Hände helfen müssen, damit jeder mal an die Reihe kommt. Wer für eine Stunde auf dem Flugplatzgelände auftaucht, um „mal eben" zu fliegen, ist bei uns fehl am Platz.

Leute aus allen Berufs- und Altersschichten, die Spaß an diesem Sport gefunden haben und bereit sind, genügend Zeit und Engagement mitzubringen.

Die Aufgaben im Verein sind so vielfältig, dass jeder seine Fähigkeiten und Fertigkeiten an den entsprechenden Stellen einsetzen kann. Sei es als Hausmeister zur Erhaltung der Grundstücke, als Techniker für die Wartung der Flugzeuge und Geräte, als Kfz-Techniker bei der Wartung und Betrieben der Kfz-technik, als Mediziner bei der Ausbildung und Erhaltung der Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen.